Palettenmagazin oder Roboterarm – sind Sie unsicher?
Hier sind 5 Fragen, die Ihnen bei der Entscheidung helfen.
Vielleicht steht der Roboterarm bereits in Ihrer Produktion. Er bewegt, verpackt oder palettiert Produkte – und könnte somit auch die gesamte Handhabung der leeren Paletten übernehmen. Warum also zusätzlich in ein Palettenmagazin investieren?
Doch nur weil ein Roboter Paletten handhaben kann, bedeutet das nicht unbedingt, dass er für Ihr Projekt die beste Lösung ist. Welche Aufgaben soll der Roboter übernehmen? Wie viel Kapazität wird für die Palettenhandhabung benötigt? Und könnte eine speziell für leere Paletten entwickelte Lösung die gesamte Anlage einfacher und effizienter machen?
Hier sind fünf Überlegungen, die Sie bei der Planung Ihres nächsten Projekts berücksichtigen sollten.
1. Nutzen Sie den Roboter für das, was er am besten kann
Ein Roboterarm ist flexibel. Er kann unterschiedliche Aufgaben übernehmen und verschiedene Produkte handhaben. Ein Palettenmagazin ist das genaue Gegenteil. Es wurde für eine bestimmte Aufgabe entwickelt: das Stapeln und Entstapeln leerer Paletten. Genau diesen Unterschied können Sie zu Ihrem Vorteil nutzen.
Wenn der Roboter sowohl Produkte als auch leere Paletten handhaben muss, verwendet er einen Teil seiner Zeit für eine Aufgabe, die auch ein Palettenmagazin übernehmen könnte. Mit einem speziellen Palettenmagazin kann sich der Roboter auf das konzentrieren, was er am besten kann – beispielsweise Produkte bewegen, verpacken oder palettieren.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht: „Kann der Roboter die Paletten handhaben?“ Denn das kann er. Vielmehr sollten Sie fragen: „Wollen wir dafür wirklich Roboterkapazität einsetzen, wenn unser Ziel eine höhere Effizienz ist?“
2. Lassen Sie Ihre Paletten nicht darüber entscheiden, welchen Roboter Sie benötigen
Stellen Sie sich eine Lebensmittelproduktion vor, in der ein Roboter kleine und leichte Produkte handhaben soll. Wenn derselbe Roboter auch leere Paletten heben muss, kann die Palettenhandhabung eine höhere Traglast erfordern, als für die eigentliche Aufgabe notwendig wäre. Das kann Auswirkungen auf die gesamte Lösung haben.
Größere Roboter mit höherer Traglast haben häufig längere Zykluszeiten als kleinere Roboter, die für leichtere Produkte ausgelegt sind.
Durch die Integration eines Palettenmagazins können die leeren Paletten separat gehandhabt werden. So lässt sich der Roboter entsprechend seiner Hauptaufgabe dimensionieren. Außerdem kann ein größerer Roboter mehr Platz benötigen und damit das gesamte Anlagenlayout beeinflussen.
Es geht also nicht darum, den Roboter zu ersetzen, sondern darum, die Maschinen in Ihrem Projekt optimal einzusetzen.
3. Stellen Sie dem Roboter jedes Mal eine Palette an derselben Position bereit
Bei einem stabilen automatisierten Materialfluss geht es nicht nur um Geschwindigkeit, sondern auch um Vorhersehbarkeit.
Wenn ein Roboter Paletten direkt von einem Palettenstapel entnehmen soll, muss er erkennen können, wo sich die nächste Palette befindet. Das ist entscheidend, denn die Höhe des Stapels verändert sich mit jeder entnommenen Palette.
Ein Palettenmagazin wie PALOMAT® Inline übernimmt das automatische Stapeln und Entstapeln leerer Paletten als integrierter Bestandteil der Produktionslinie. PALOMAT® Inline stellt dem Roboter kontinuierlich eine neue leere Palette an exakt derselben Position bereit – jedes Mal. Der Roboter muss seine Flexibilität somit nicht dafür einsetzen, die nächste Palette im Stapel zu finden. Das sorgt für einen gleichmäßigeren und besser vorhersehbaren Palettenfluss und verkürzt die Zykluszeit beim Palettieren.
4. Flexibilität für zukünftige Palettenanforderungen
Ein Palettenmagazin in Ihrem Palettierprojekt klingt sinnvoll. Aber vielleicht fragen Sie sich: „Was passiert, wenn sich die Palettengröße ändert?“
Eine wichtige Überlegung, denn Produktionsprozesse bleiben selten unverändert. Neue Produkte, andere Palettengrößen oder Anpassungen an der Produktionslinie können neue Anforderungen mit sich bringen.
Deshalb kann PALOMAT® Inline vollständig an Ihre Lösung angepasst und mit verschiedenen Möglichkeiten zur einfachen Einstellung geliefert werden. PALOMAT® Inline ist unter anderem mit verstellbaren Seitenführungen erhältlich, sodass dasselbe Magazin für Paletten unterschiedlicher Breite eingesetzt werden kann. Bei Lösungen mit häufigem Wechsel zwischen verschiedenen Palettentypen kann die Verstellung sogar motorisiert werden. PALOMAT® Inline kann über allen Förderertypen installiert werden, sämtliche 4-Wege-Palettentypen handhaben und lässt sich einfach in die Gesamtanlage integrieren.
Eine spezialisierte Lösung bedeutet also nicht zwangsläufig, dass Sie sich auf eine einzige Anforderung festlegen müssen. Im Gegenteil: Flexibilität kann bereits bei der Anlagenplanung berücksichtigt werden, damit die Lösung auch zukünftigen Anforderungen gerecht wird.
5. Wie viel müssen Sie tatsächlich selbst entwickeln?
Ein weiterer Unterschied sollte bei der Entscheidung berücksichtigt werden: die internen Arbeitsstunden, die für die Entwicklung einer Lösung von Grund auf erforderlich sind.
Bei der Planung eines Automatisierungsprojekts bestehen die Kosten nicht nur aus den Preisen der einzelnen Komponenten. Auch Entwicklung, Konstruktion, Fertigung, Programmierung, Tests, Dokumentation und Inbetriebnahme benötigen Zeit.
PALOMAT® Inline wurde speziell für die automatische Handhabung leerer Paletten entwickelt und wird als integrationsbereite Lösung geliefert. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein Klemmenkasten für die externe Steuerung und die technische Dokumentation.
Dadurch muss der Integrator die Palettenhandhabung nicht unbedingt selbst von Grund auf entwickeln. Das kann den internen Zeitaufwand für Entwicklung, Konstruktion, Fertigung, Programmierung, Tests, Dokumentation und Inbetriebnahme reduzieren – und Ressourcen für andere Bereiche des Automatisierungsprojekts freisetzen.
Roboterarm oder Palettenmagazin? Vielleicht lautet die Antwort: beides
Die Entscheidung muss also nicht zwischen einem Roboterarm und einem Palettenmagazin fallen. Bei vielen Lösungen ist die wichtigere Frage, wie sich die beiden Technologien gegenseitig ergänzen können.
Der Roboterarm bietet Flexibilität und kann komplexe Aufgaben übernehmen. PALOMAT® Inline ist auf das automatische Stapeln und Entstapeln leerer Paletten spezialisiert. Wenn die Aufgaben sinnvoll verteilt werden, kann sich der Roboter auf seine Hauptaufgabe konzentrieren, während das Palettenmagazin für einen stabilen Palettenfluss sorgt.
Wenn Sie also das nächste Mal einen Roboter in eine Produktionslinie integrieren, lohnt es sich, diese fünf Fragen zu stellen:
- Wofür soll der Roboter hauptsächlich eingesetzt werden?
- Erfordert die Palettenhandhabung einen größeren Roboter als die eigentliche Hauptaufgabe?
- Wie viel Roboterkapazität wird für die Handhabung leerer Paletten benötigt?
- Werden unterschiedliche Palettentypen benötigt – heute oder möglicherweise in Zukunft?
- Ist es sinnvoll, die Palettenhandhabung selbst zu entwickeln, oder sollten wir eine Lösung einsetzen, die bereits speziell für diese Aufgabe entwickelt wurde?
Denn die beste Automatisierungslösung ist nicht unbedingt diejenige, bei der eine einzige Technologie alles übernimmt. Sondern diejenige, bei der jede Technologie für das eingesetzt wird, was sie am besten kann.
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